Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit Hunteburg

Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit Hunteburg

Singen macht die Hunteburger glücklich

Was in anderen Städten und Gemeinden bereits regelmäßig angeboten wird, hatte jetzt im Wittlager Land Premiere: Das Rudelsingen. Eingeladen hatte dazu die Pfarreiengemeinschaft der katholischen Kirchengemeinden Bohmte, Hunteburg und Lemförde. Treffpunkt war die alte Kirche der Kirchengemeinde Heilige Dreifaltigkeit Hunteburg – und gut 150 Sangesfreudige aus den drei Kirchengemeinden kamen.


Das Rudelsingen lockte gut 150 Sängerinnen und Sänger in die katholische Kirche nach Hunteburg. Foto: Christa Bechtel
Die Idee zum „Rudelsingen“ hatte 2011 David Rauterberg, ein Sänger aus Münster, der auch Gospelworkshops gibt. Sechs verschiedene Teams bieten das Rudelsingen inzwischen in über 50 deutschen Städten an. Die Idee, solch eine Veranstaltung in Hunteburg zu starten, hatten einige jüngere Mitglieder – besonders Matthias Ripke - des Pfarrgemeindrates Hunteburg, die an einem Rudelsingen in der Lagerhalle Osnabrück teilgenommen hatten. „Sie brachten den Vorschlag in die Pfarrgemeinderäte der Pfarreiengemeinschaft, wo dieser begrüßt wurde“, erklärte Beate Ellermann gegenüber unserer Zeitung. Hintergedanke der jungen Leute sei gewesen, den Kirchenraum zu beleben und auch andere Zielgruppen als die „Sonntagskirchgänger“ anzusprechen, um Kirche wieder interessanter zu machen.

Ein toller Anblick

„Von hier vorne ist das ein ganz toller Anblick - so viele Menschen. Wenn ich ehrlich bin, damit haben wir nicht gerechnet“, gab Beate Ellermann, die sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich in der katholischen Kirchengemeinde Hunteburg engagiert, während ihrer Begrüßung zu. Mit einhundert Besuchern habe man in etwa gerechnet. „Aber das übersteigt unsere Erwartungen“, freute sie sich sichtbar. Das erste Rudelsingen in Hunteburg sei ein Experiment, ein Versuch, meinte Ellermann, die weiter der Frage nachspürte: „Was ist eigentlich Rudelsingen? “


Beate Ellermann übernahm die Moderation während des ersten Rudelsingens in der katholischen Kirche Hunteburg, Sven Streich-Bruning die Begleitung am Klavier. Foto: Christa Bechtel
„Wenn so wie heute Menschen, die gerne singen, aus verschiedenen Ecken zusammenkommen, sich auf einem Fleck treffen und zusammenrücken. Also ein Rudel bilden und dann noch singen – dann hat man schon ein Rudelsingen“, gab sie als Antwort. Man singe Schlager, Oldies „und weil wir heute in der Kirche sind, ein für Rudelsingen unüblicher Ort, singen wir auch ein paar Kirchenschlager“, kündigte sie an, um als weitere Frage aufzuwerfen: „Wie geht denn Rudelsingen?“ Antwort: „Im Stehen, denn dann hat man die Hände frei, um zu schnipsen, zu klatschen. Man hat die Füße frei zum Wippen, den ganzen Körper frei zum Schwingen und Swingen. Singen in Bewegung klingt viel schöner.“

Im Wagen vor mir

Und dann ging es los mit „Im Wagen vor mir“ von Henry Valentino & Uschi, das sofort für eine lockere Stimmung sorgte. Ein Beamer strahlte jeweils die Verse an die Leinwand. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von Sven Streich-Bruning (Kirchenmusiker in Engter, Chorleiter u. a. des Matthäuschores in Hunteburg) am Klavier. Informativ und mit Charme übernahm Beate Ellermann die Moderation. Weiter ging es in den nächsten neunzig Minuten „Über sieben Brücken“ oder „Über den Wolken“ hin zum „Griechischen Wein“ zu „My Way“. Als Kirchenschlager hatte das Vorbereitungsteam beispielsweise „Laudato si“, „Taizé-Halleluja“, als Volkslieder „Muss i denn“, „Sah ein Knab ein Röslein stehn“ oder als Oldies „Yesterday“, „Sailing“...ausgewählt.

Illuminierte Kirche

„Das Open-Air-Team hat uns diese tollen Lichter zur Verfügung gestellt“, wies Anette Kramer-Ströbel am Schluss des ersten Rudelsingens auf die wunderbar illuminierte Kirche. Die Vertreterin des Pfarrgemeinderates war auch sozusagen der „Motor“ der Veranstaltung gewesen, da bei ihr alle Fäden zusammenliefen. „Danke, dass ihr gekommen seid! Wir haben so gezittert, dass keiner da ist“, gab sie unumwunden zu. Sie habe schon Beate Ellermann und Sven Streich-Bruning gefragt: „Wenn viele kommen, machen wir das dieses Jahr nochmal? Sie haben sofort zugestimmt.“ Diese Aussage wurde vom „Rudel“ jubelnd und mit jeder Menge Applaus begrüßt. Und da Singen offenbar glücklich macht, verließen nur überall lächelnde Gesichter die Kirche.

Quelle: Wittlager Kreisblatt vom 23. Januar 2016, Text und Fotos: Christa Bechtel

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